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Bad News

03.04.2017

So zocken uns die Banken ab

Trotz Kontopaketen zahlen Bankkunden für immer mehr Einzelleistungen extra.

Bad News: So zocken uns die Banken ab © Getty Images

Nichts wie Ärger mit dem lieben Geld! Nicht nur, dass es so gut wie keine Sparzinsen mehr gibt und das Guthaben auf dem Konto allein durch die Inflation weniger wert wird. Die Banken haben auch kräftig an der Kostenschraube gezogen, was Kontoführungsgebühren etc. betrifft.

Kontokosten stiegen in einem Jahr um ein Viertel

Im Schnitt kostet ein Gehaltskonto bei uns laut Er­hebung der Arbeiterkammer (AK) aktuell jährlich 108,46 Euro. Vor einem Jahr waren es 88,08 Euro. „Das entspricht ­einer Erhöhung um rund ein Viertel“, rechnet AK-Konsumentenschützer Christian Prantner vor.

Und das wird so weitergehen. Auch heuer werden viele Geldinstitute die Preise für Kontopakete anheben. Die Bank Austria etwa wird die Girokontogebühren zum 1. Juli an die Inflation anpassen. Zum 1. April wurden bereits die Kosten bei Verrechnungskonten für Kredite erhöht.

Extragebühren fürs Geldabheben und Überweisen

Für die Kunden werden die Kontomodelle zudem immer intransparenter, kritisiert AK-Konsumentenschützerin Gabriele Zgubic im Gespräch mit ÖSTERREICH. „Es gibt eine inkludierte Basisleistung, aber alles Weitere kostet extra. Und das ist schwer durchschaubar.“ Zum Beispiel: Bei der KontoBox Medium (6,90 Euro

Monat) der Bawag P.S.K. sind 5 Automatentransaktionen pro Monat inbegriffen. Jede weitere kostet 39 Cent. Zu diesen Transaktionen zählt alles vom Überweisen im Selbstbedienungsfoyer bis zum Abheben am Bankomat. Zgubic: „Mit solchen Modellen kommen Bankomatgebühren quasi durch die Hintertür.“

6,50 Euro fürs Geldeinzahlen am Schalter

Wer sich am Schalter Bargeld vom eigenen Konto auszahlen lässt, blecht unter Umständen ordentlich. Der Preis dafür liegt laut AK zwischen 30 Cent und 2,90 Euro. Auch Bareinzahlungen am Schalter kosten: Wer bei der Bank Austria auf ein fremdes Konto bei einer anderen Bank etwas einzahlen möchte, bekommt dafür 6,50 Euro Gebühren aufgebrummt. Fürs Ändern eines Dauerauftrags am Schalter werden bei der ­Bawag P.S.K. unter Umständen 3,90 Euro fällig.

Hohe Gebühren lassen Geld auf Konto schmelzen

Fakt ist: Von 1.000 Euro auf dem Konto bleiben nach Abzug der durchschnittlichen Jahresgebühren von 108 Euro noch 892 Euro. Für zusätz­liche Transaktionen werden leicht noch einmal 50 Euro im Jahr fällig. Am Ende bleiben in dieser Rechnung von den 1.000 Euro also 842 Euro. Die Habenzinsen für diese Summe bewegen sich bei zumeist nur 0,01 % nahe null.

Natürlich: Es steht außer Zweifel, dass die Banken für die Kontogebühren auch Leistung bringen. Und da sie selbst angesichts der Minizinsen kaum noch etwas verdienen, müssen sie sich irgendwo Geld holen. Angesichts der steigenden Kosten wechseln aber immer mehr Kunden zu Gratiskonten der Direktbanken, machen online alles selber oder horten ihr Geld daheim …

Überziehungszinsen sind sogar noch gestiegen

Fürs Plus auf dem Konto gibt’s zwar so gut wie keine Zinsen mehr, aber wer sein Konto überzieht, blecht hohe Zinsen.

  • Im Schnitt 10,25 %. Laut AK-Expertin Gabriele Zgubic liegen die Überziehungszinsen bei uns im Schnitt derzeit bei 10,25 %. „Im Vorjahr waren es 10 % – sie sind also gestiegen. Das ist absurd, denn die Zinsen gehen ja runter!“
  • Maximale Spanne gefordert. Trotz wiederholter Kritik sehen die Konsumentenschützer hier keine Bewegung bei den Banken. „Unser Vorschlag ist, dass der Gesetzgeber eine maximale Spanne festlegt, die die Banken draufgeben dürfen“, sagt Zgubic.

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